Berlin, die Hauptstadt Deutschlands, liegt im Nordosten der Bundesrepublik. Das Stadtgebiet bedeckt eine Fläche von circa 900 km², ist also fast so groß wie das Saarland. In Berlin leben 3,5 Millionen Einwohner, das ergibt eine Bevölkerungsdichte von 3900 pro km². Berlin ist in 12 Bezirke und 95 Ortsteile gegliedert. Seit dem Fall der Berliner Mauer 1990 ist Berlin wieder eine Stadt und 1999 wurde sie wieder zur Bundeshauptstadt erwählt. Seitdem residieren hier der Bundesrat und der Bundestag.
Berlin hat etwa 200 Kilometer Fließgewässer, die größten sind die Havel und die Spree. Es existieren auch eine Reihe von künstlichen Kanälen als Verbindungsstrecken zwischen den großen Flüssen. Auch weil es ein so großes Gebiet ist, sind ungewöhnlich viele Brücken und Überführungen in Berlin, offiziell 916 Brücken der öffentlichen Straßen und Wege. Dazu kommen noch 564 Brücken über kleinere Gewässer und 300 Überführungen für U-Bahn und S-Bahn.
Mit 930 Metern ist die Rudolf ¬Wissell Brücke die längste ihrer Art. Die ältesten Brücken führen über die Spree. Die bekannteste Brücke ist die Glienicker Brücke, die zu DDR-Zeiten eine Berühmtheit erlangte, da auf ihr etliche Agenten ausgetauscht wurden. Die längste Fußgängerbrücke befand sich über dem Schlachthof am Prenzlauer Berg.

Die langen Flusskilometer in Berlin bieten dem Interessenten aber auch sehr viele andere, historische Gebäude und Denkmäler. Berlin zu Wasser zu erkunden ist nicht nur besonders reizvoll, sondern absolut empfehlenswert. Die Stadt wird über Kanäle und Flüsse von verschiedenen Seiten erschlossen. Von und nach Berlin sind drei große Wasserstraßen in Betrieb, der Elbe-Havelkanal, der Mittellandkanal und die Havel-Oder Wasserstraße.
Die Havel betritt Berliner Boden im Südwesten über Brandenburg und Potsdam. Als Erstes fließt sie an der Pfaueninsel vorbei, ein beliebtes Ausflugsziel der Berliner. Diese Insel ist nur über ein Fährboot zu erreichen, von hier gehen viele Ausflugsboote in alle Richtungen ab. Bedeutende Reedereien, die sich auf den Tourismus und das Berliner Sightseeing spezialisiert haben, sind an der Pfaueninsel und im gegenüber liegenden Zehlendorf zu Hause. Rechts der Havel befindet sich der Wannsee, der wie eine Tasche zwischen den Stadtteilen Wilmersdorf und Zehlendorf liegt. Hier sollte man unbedingt das Haus der Wannseekonferenz besuchen, ein historisch bedeutender Ort an der Straße “Am Großen Wannsee 56-58“ gelegen. Hier wurde der Völkermord des Dritten Reiches koordiniert. Die Havel fließt so dann nordwärts am Naturschutzgebiet Imchen vorbei Richtung Schwanenwerder. Dies ist ein begehrtes Wohngebiet und es gibt keine öffentlichen Uferabschnitte. Joseph Goebbels und Axel Springer hatten hier ihr Domizil.
Dann lässt die Havel den Grunewald rechts liegen, nicht nur ein Stadtteil, sondern auch ein 22 km² großes Forstgebiet mitten in Berlin. Grunewald gehört zum Verwaltungsbezirk Charlottenburg Wilmersdorf und dort wohnen 11.500 Einwohner. Die Havel fließt weiter nordwärts und bildet den Pichelsee. Ein Seitenarm der Havel wird zu mehreren kleinen Seen, Stößensee, Fauler See und Jürgengraben, dies sind keine Fließgewässer, es sind Sackgassen. Die Havel selber speist noch den Glimnitzsee und den Unterhafen, bevor sie am historischen Rathaus in Spandau vorbeikommt und sich dann ihren Weg durch die Altstadt Spandau sucht. Das Rathaus ist sicherlich eines der bedeutenderen Sehenswürdigkeiten am Ufer der Havel, teilweise im barocken Stil erbaut weist es mit einem 80 Meter hohen Turm die Mitte des Bezirkes aus, aber auch die St. Nikolai Kirche ist ein sehenswertes Gebäude. Erbaut im 13. Jahrhundert ist sie eines der wenigen Gebäude, die noch aus Berlins Gründerzeit erhalten geblieben sind.

Hier mündet die Spree in die Havel, von Südosten kommend hat sie Berlin durchquert und ihre lange Reise von fast 400 Kilometern von den Grenzen Tschechiens endet hier und sie vermischt ihre Wasser mit denen der Havel.
Wo die Havel Spandau verlässt, findet man die Schleuse, sie verbindet die Untere Havel-Wasserstrasse mit der Oberen Havel-Wasserstrasse, dort werden 3 Meter Höhenunterschied überwunden. Schon 1572 wurde diese Kammerschleuse in Betrieb genommen, bis 1911 jedoch zweimal neu erbaut und jedes Mal größer ausgerichtet. Seit 2002 ist nun eine ganz neue Schleuse in Betrieb, die Kammer ist nun 115 Meter lang und 12,5 Meter breit. In nur 30 Minuten kann ein großes Lastschiff oder eine Personenfähre durch die Schleuse gelotst werden.
Die alte Zitadelle, die sich am Ausgang der Schleuse erhebt, ist eine Renaissancefestung und wird heute als Veranstaltungsort benutzt. Open Air Konzerte, klassische Musikevents und Führungen finden in dem altehrwürdigen Gebäude statt. Die 1594 fertiggestellte Festung ist symmetrisch aufgebaut und hat vier Bastionen im Viereck mit einer Seitenlänge von 208 mal 195 Metern. Der südliche Eingang der Festung ist eine Zugbrücke und ein Torhaus. Auch der Juliusturm, eines der Wahrzeichen des Stadtviertels Spandau, steht auf dem Boden der Zitadelle und ist 30 Meter hoch. 145 Stufen führen bis in die Krone und von dort hat man einen wunderbaren Rundblick über Spandau und Umgebung. Auch auf einer Briefmarke aus dem Jahr 1976 sind die Zitadelle und der Turm abgebildet.
Die Havel windet sich weiter nach Norden an Eiswerder vorbei, einer Insel, die mitten in der Havel liegt, hier zum Spandauer See erweitert, und mit zwei Brücken mit dem Ostufer und dem Westufer der Havel verbunden. Im 19. Jahrhundert befanden sich auf Eiswerder bedeutende Rüstungsfabriken, eine Pulverfabrik, eine Munitions- und Pulverfabrik und eine Geschützgießerei. Die Insel wurde auch Waffenschmiede des Deutschen Reiches genannt. 1890 kam eine Chemiefabrik dazu, die Säuren für die Munitionsherstellung produzierte. Nach 1990 wurde die Insel zunehmend für Gastronomie und Fernsehstudios interessant, umfassende Planungsideen für den Medienstandort Eiswerder sind im Gespräch.
Hinter Eiswerder mündet der Hohenzollernkanal in die Havel, der sie, mit einem großzügigen Schwung durch die Berliner Innenstadt, mit der Spree verbindet.Der Westhafen und der Nordhafen, bedeutende Warenumschlagsplätze für Berlins Versorgung, liegen am Hohenzollernkanal, dieser führt nahe am Flughafen Tegel vorbei und mündet mit dem Humboldthafen in die Spree.
Nördlich vom Flughafen Tegel bildet die Havel einen weiteren großen See, den Tegeler See, dieser wölbt sich zwischen Tegel und Reinickendorf. Es ist ein großzügiges Wassersportgebiet. Ein Strandbad gibt es ebenso wie verschiedene Anlegestellen Berliner Reedereien. Der Tegelersee ist der zweitgrößte See in Berlin, größter See ist der Müggelsee in Köpenick im Südosten der Stadt. Der Tegelersee hat immerhin noch 408 Hektar und ist etwa fünf Kilometer lang. Im See liegen mehrere Inseln, eine Schulinsel mit Internat, Scharfenberg, und auch Lindwerder, eine Insel, die durch die Raketenforschung und Wernher von Braun berühmt wurde. Die Insel ist etwa 300 Meter lang und mit öffentlichen Fähren zu erreichen.
Die Havel verlässt hinter dem Heiligensee das Stadtgebiet von Berlin.
Mehrere Reedereien haben an Spree und Havel fast 150 Anlegestellen. Kombitouren, Cityrundfahrten, Chartermöglichkeiten zu besonderen Anlässen, die Gründe, Berlin vom Wasser aus zu erkunden sind so vielfältig und zahlreich wie die Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. Ob man die Havel erkundet, die Spree, oder die Innenstadt, alles dies ist vom Wasser aus möglich. An den vielen Haltestellen ist es möglich, das Boot zu verlassen, die historischen Gebäude und Sehenswürdigkeiten zu erkunden, und dann mit dem Boot weiterzufahren. Die Wasserlandschaft Berlins ist so umfangreich und vielfältig, dass ein Ausflugstag gar nicht ausreicht, um all dies zu erkunden und zu bestaunen. Die Erkundung vom Wasser aus hat eine ganz beschauliche und eigene Qualität, der Hektik des Straßenverkehrs ganz entflohen, lässt man sich auf dem ruhigen Fluss der Gewässer treiben um so ganz gemütlich zwischen den Denkmälern und Sehenswürdigkeiten dahin zu schippern.
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